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Keine Frage ist zu klein

September 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten · Thema: Alltag

Einer meiner Kunden sammelt zwischen unseren Terminen seine Fragen in einem Dokument. Inzwischen stehen über 35 darin – von der Festplatte über Word bis zu Fotos, die plötzlich von allein auftauchen. Zwölf davon, die fast jeder irgendwann hat, stehen hier: anonymisiert, mit kurzen Antworten.

Kurzfassung:
Die meisten Fragen sind schnell beantwortet, wenn man weiß, wo man suchen muss. Einige aber entstehen nur, weil ein Programm mehr will als du – und genau die gibt es unter Linux kaum. Und: Wer seine Daten in drei Schubladen sortiert, beantwortet viele Sicherheitsfragen von allein.

Rechner und Festplatte

Ist meine Festplatte noch in Ordnung?

Jede Festplatte führt über sich selbst Buch (S.M.A.R.T.). Unter Windows zeigt das kostenlose Programm CrystalDiskInfo das Ergebnis als „Gut“, „Vorsicht“ oder „Schlecht“, unter Linux die mitgelieferte Anwendung „Laufwerke“. Bei „Vorsicht“: sofort sichern. Aber auch eine Platte mit „Gut“ kann morgen ausfallen. Die Anschlussfrage „Brauche ich meine externe Festplatte noch?“ beantwortet sich damit von selbst: Ja – als Sicherung.

Wie alt ist mein Notebook eigentlich?

Die Seriennummer steht auf einem Aufkleber unten am Gerät. Gibst du sie auf der Support-Seite des Herstellers ein, siehst du meist den Beginn der Garantie – und damit ziemlich genau, wann das Gerät verkauft wurde.

Dokumente

Woher kommen die seltsamen Zeichen in meinem Text?

Meist sind das Formatierungszeichen: ¶ am Ende jedes Absatzes, ein Punkt für jedes Leerzeichen. Sie werden nicht gedruckt. In Word blendet der Knopf ¶ unter „Start“ sie ein und aus. Stehen viele ¶ untereinander, sind das leere Absätze – Abstände lassen sich sauberer über die Absatzeinstellungen regeln.

Ich habe vergessen zu speichern – ist alles weg?

Oft nicht. In Word: Datei → Informationen → Dokument verwalten → „Nicht gespeicherte Dokumente wiederherstellen“. LibreOffice bietet die Wiederherstellung beim nächsten Start von selbst an. Vorbeugen hilft trotzdem: automatisches Speichern alle paar Minuten einschalten.

Wie wird aus einem PDF wieder ein bearbeitbarer Text?

Online-Konverter funktionieren – aber dein Text landet dabei auf einem fremden Server. Bei allem, was vertraulich ist, lieber nicht. Word öffnet PDFs direkt und wandelt sie in ein bearbeitbares Dokument um, ganz ohne Hochladen. Bei eingescannten Seiten braucht es zusätzlich Texterkennung (OCR), sonst ist das PDF nur ein Bild von Text.

Welche Schriftart soll ich nehmen?

Weniger wichtig als gedacht – wichtiger ist, bei einer zu bleiben. Am Bildschirm lesen sich Schriften ohne Serifen wie Arial oder Calibri leichter, für lange gedruckte Texte ist Times New Roman gut. Und wer ein Dokument weitergibt, schickt es als PDF: dann sieht es beim Empfänger genauso aus.

E-Mail

Wie verhindere ich, dass eine wichtige Mail im Spam landet?

Den Absender ins Adressbuch aufnehmen oder als „sicheren Absender“ markieren. Ist eine Mail trotzdem im Spam gelandet: dort auf „Kein Spam“ klicken – daraus lernt der Filter.

Wenn der Rechner mehr will als du

OneDrive zeigt mir plötzlich alte private Fotos – woher kommt das?

Das ist eine Erinnerungsfunktion: OneDrive durchsucht die Bilder, die aus deinem Bilder-Ordner in die Cloud synchronisiert werden, und stellt daraus Rückblicke zusammen. Abschalten lässt sie sich in den OneDrive-Einstellungen unter „Benachrichtigungen“ (die Bezeichnungen ändern sich mit Updates gelegentlich). Wichtiger ist die Frage dahinter: Sollen deine privaten Fotos überhaupt in einer fremden Cloud liegen?

Brauche ich Copilot?

Nein. Für Briefe, Mails und das Internet braucht es keinen KI-Assistenten. Die Copilot-App lässt sich unter Einstellungen → Apps deinstallieren. Microsoft baut ihn allerdings in immer mehr Programme ein – ganz los wird man ihn unter Windows kaum.

Kann ich die „Übersicht mit KI“ bei Google abschalten?

Einen Schalter dafür gibt es nicht. Zwei Auswege: Unter dem Suchfeld auf „Web“ klicken – dann zeigt Google nur Links. Oder gleich Startpage nutzen: Die Suchmaschine liefert Google-Ergebnisse, ohne KI-Übersicht und ohne dich zu verfolgen.

Wer entscheidet, welche Videos mir vorgeschlagen werden?

Ein Empfehlungsalgorithmus. Er wertet aus, was du angesehen hast, wie lange, und was Menschen mit ähnlichem Verlauf geschaut haben – Ziel ist, dass du möglichst lange bleibst. Wer den Verlauf in den Kontoeinstellungen pausiert oder löscht, bekommt allgemeinere Vorschläge.

Sicherheit

Wie sichere ich meine Passwörter?

Mit einem Passwort-Manager: Er merkt sich für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort, du dir nur noch ein einziges gutes. KeePassXC ist kostenlos, quelloffen und läuft unter Windows wie unter Linux. Dazu, wo immer es geht, die Anmeldung in zwei Schritten (Zwei-Faktor) einschalten.

Drei Schubladen für deine Daten
Öffentlich: darf jeder sehen – Vereinsinfos, Rezepte.
Privat: Familie, Fotos, Briefe – nicht ohne Nachdenken in fremde Clouds.
Vertraulich: Ausweis, Konten, Gesundheit, Passwörter – nur verschlüsselt, nie über Online-Konverter.
Wer weiß, in welche Schublade etwas gehört, beantwortet viele Fragen von allein.

Und was hat das mit Linux zu tun?

Ehrlich gesagt: bei den meisten Fragen nichts. Spam, Passwörter und Schriftarten kennen kein Betriebssystem. Ein paar Fragen entstehen aber nur, weil ein Programm mehr will als du: Erinnerungen aus deinen Fotos, die niemand bestellt hat, ein Assistent, der sich in jedes Programm drängt, Hersteller-Programme, die Angebote einblenden, und regelmäßig Mails über geänderte Nutzungsbedingungen. Unter Linux stellt sich keine davon – dort will dir niemand etwas verkaufen.

Zum Schluss

Keine dieser Fragen ist dumm – jede davon hat schon jemanden eine halbe Stunde gekostet. Genau dafür gibt es die Technik-Begleitung: Du sammelst deine Fragen, wir gehen sie in regelmäßigen Terminen gemeinsam durch, vor Ort oder per Fernwartung, zum Stundensatz. Wie das für dich aussehen kann, klären wir im kostenlosen Kennenlernen.

Fragen oder Widerspruch? Schreib mir.